Müssen wir ins Internet?

Alle reden davon, viele wollen es, die meisten tun es auch - Die Rede ist von der Präsentation eines Unternehmens oder einer Institution im World Wide Web. Ähnlich wie bei herkömmlichen Werbemaßnahmen wie z.B. Anzeigenschaltung gilt es auch in die Erstellung einer individuellen Webpräsenz Know How und Sorgfalt zu investieren, nicht selten sogar mehr davon. Der nachfolgende Artikel könnte Ihnen bei der Beantwortung einer entscheidenden Frage behilflich sein: Müssen wir ins Internet? Und wenn ja, wie?

Internet, was ist das eigentlich?

Sputnik 1 (4.10.1957)Um das Internet in der uns heute bekannten Form zu verstehen, müssen wir einen kleinen Blick in die Vergangenheit werfen. 1957 war das Jahr, in dem die damalige Sovietunion den ersten Sputnik Satelliten ins All beförderten. Dies geschah für die Amerikaner ziemlich unvermutet und machte dem damaligen Präsidenten Dwight D. Eisenhower schlagartig klar, dass sich Amerika technologisch im Rückstand befand. Um diesen Zustand möglichst schnell zu ändern, wurde bereits 1958 die "ARPA" ("Advanced Research Projects Agency") Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, deren Hauptaufgabe es war, wissenschaftliche Forschungsergebnisse dem US-Verteidigungsministerium nutzbar zu machen. 1964 entwickelte ein Wissenschaftler Namens Paul Baran eine dezentrale Netzwerkstruktur, bei der die damals noch sündhaft teuren Großrechenanlagen auf eine maschendrahtartige Weise miteinander vernetzt werden sollten. Diese Struktur sollte es ermöglichen, auch dann noch Informationen auszutauschen, wenn eine dieser "Maschen", etwa im Verteidigungsfalle, ausfallen sollte. So etwa muss man sich die Geburtsstunde des Internet vorstellen, das damals folgerichtig noch "ARPA-Net" hieß, und bei weitem nicht an die Informationsvielfalt des heutigen Internets heranreichte. Bis Ende der 70er Jahre entwickelte sich die neue Technologie nur sehr langsam. 1979 hatten beispielsweise von 120 amerikanischen Universitäten nur 15 einen Zugang zu ebendiesem ARPA-Net. Immerhin jedoch war man bereits in der Lage, wissenschaftliche Texte auf effektive Art mehreren Wissenschaftlern an unterschiedlichen Orten zur Verfügung zu stellen. Nicht besonders hübsch, aber praktikabel.
Es sollte allerdings bis ins Jahr 1984 dauern, bis das Internet auch in Deutschland ankam. Die Universitäten von Dortmund und Karlsruhe waren die ersten, die sich an das aus dem ARPA-Net hervorgegangene CS-Net anschlossen. Überzeugt von den Möglichkeiten des neuen Mediums waren jedoch nicht nur Wissenschaftler, und so beginnt ca. 1993 die allmähliche Kommerzialisierung des Internet. Erste "Provider" tauchen auf, also Firmen, die Zugänge zum Internet anbieten. Vielfach bewahrheitet sich in diesen Jahren das vielgebrauchte Klischee der Garagenfirma, die zu einem weltweit operierenden Unternehmen heranwächst. Visionäre, mutige Unternehmer, angesteckt vom "Virus Internet", treiben eine Verbreitung der Zugänge immer mehr voran (...das später im Zusammenhang mit dem Internet noch häufiger von Viren zu berichten war, sei her nur am Rande bemerkt).
Der Rest ist schnell erzählt. Hardwarepreise sinken, die Anzahl der weltweit verkauften PCs steigt - und nach dem Wegfall des Telekom-Monopols in Deutschland verringert sich auch schnell die anfangs noch recht teure Nutzungsgebühr für das Internet. So lässt sich heute sagen, dass nach Expertenmeinung etwa 1 Milliarde Rechner rund um den Erdball via Internet miteinander verbunden sind. Tendenz: Steigend!

Möglichkeiten und Chancen

Mit steigender Verbreitung privater Internetzugänge ändert sich auch die Art der Informationsbeschaffung. Waren früher Recherchen oft noch mit dem Wälzen von Büchern in einer Bibliothek, dem Sichten von Mikrofilmen in einem Archiv oder dem Kontakt zu einem Experten verbunden, liegt heute eine schier unendliche Informationsflut direkt vor der eigenen Haustür, genauer gesagt hinter dem eigenen Netzanschluss. Suchmaschinen, allen voran die weltweit erfolgreichste mit Namen Google, helfen dem interessierten Surfer dabei, an die begehrten Informationen zu kommen. Aber besagter Surfer ist ein kompliziertes Wesen, er scheint nie Zeit zu haben und ständig auf dem Sprung zu sein. Findet er nicht binnen kürzester Zeit auf einer Webseite das Gewünschte, so wechselt er gnadenlos zu einer andern, vermeintlich informativeren Seite. Ist er jedoch mit dem Gebotenen zufrieden, steigt seine Bereitschaft, sich näher mit einem Thema, einem Produkt oder einem Unternehmen zu beschäftigen. Und genau dort liegt auch die Chance.
Betrachten Sie die Internetpräsenz Ihres Unternehmens als virtuelles Ladenlokal in perfekter Lage. Stellen Sie Ihr Unternehmen möglichst interessant dar und bieten Sie dem geschätzten Besucher die Möglichkeit, ganz in Ruhe und nach eigenem Gutdünken durch Ihr Waren- oder Dienstleistungsangebot zu stöbern. Bieten Sie darüber hinaus bei Bedarf eine bequeme Möglichkeit der Kontaktaufnahme und erreichen Sie dadurch potentielle Kunden, die auf herkömmlichen Wegen unter Umständen niemals etwas von Ihnen, Ihren Produkten oder Ihrem Unternehmen gehört hätten. Schaffen Sie einen Mehrwert, indem Sie z.B. Downloads von Katalogmaterial anbieten oder ein Gewinnspiel veranstalten (...bei dem z.B. die gestellten Fragen nur dadurch beantwortet werden können, wenn man sich zuvor intensiv mit Ihrer Webpräsenz beschäftigt hat). "Look at the big guys", zu deutsch etwa "Schau mal bei den großen Jungs", so lautet nicht umsonst ein beliebtes geflügeltes Wort unter Internetdienstleistern. Namhafte Firmen beschäftigen oft ganze Abteilungen einzig und allein damit, die Webpräsenz des Unternehmens aktuell zu halten, Rücksicht auf neue Trends und Techniken zu nehmen, kurz alles zu tun, um den eingangs zitierten Surfer zu informieren, zu unterhalten, im besten Falle sogar beides zusammen.

Risiken und Nebenwirkungen

Nicht jedes Unternehmen kann oder will sich jedoch eine eigene Internetabteilung leisten. Ein gern und gar nicht so selten gemachter Fehler ist hierbei die Wahl des falschen Internetdienstleisters. Oftmals geschieht diese Wahl nach dem Schema "Ich kenne da einen, der einen kennt, der Internet kann!" Legionen von lieblos "zusammengeschusterten" Webseiten zeugen von solchen Fehlentscheidungen. Layouts, bei denen sich nicht nur Fachleuten die Haare sträuben, blinkende Bildchen und Texte an allen möglichen und unmöglichen Stellen, Hauptsache wir sind drin. Da stört dann auch nicht mehr das Baustellenschild auf der Seite "Wir über uns", also genau der Seite, auf der ein Besucher Informationen über ihr Unternehmen vermutet. Nicht selten ist ein nicht wieder gut zu machender Imageverlust die Folge einer solchen Strategie.
Zugegeben - Die Entwicklung von bezahlbarer Software, bei der eine Internetpräsenz in wenigen Schritten zusammengeklickt und ins Netz gestellt ist, verleitet oft genug dazu, genau an dieser Stelle Kosten zu sparen. Vielfach ist die Bedienung eines solchen Programms so einfach wie die Benutzung einer Textverarbeitung. Das hierbei lediglich ein Webauftritt von der Stange herauskommen kann, dürfte allerdings ohne großes Nachdenken auch dem unbedarftesten Nutzer klar sein. Und ob wirklich Kosten gespart wurden, wenn es im Nachhinein über Ihr Unternehmen heißt "Sind das nicht die mit dieser merkwürdigen Internetseite"? Planen Sie daher den Webauftritt Ihres Unternehmens sorgfältig, vor allem aber betrachten Sie ihn so selbstverständlich wie Ihr individuelles Briefpapier. Eine speziell auf Ihre Bedürfnisse und auf die Besonderheiten Ihres Unternehmens zugeschnittene Internetpräsenz ist in letzter Konsequenz weitaus mehr als ein bloßes Prestigeobjekt. Sie bietet Ihnen die Möglichkeit, auf alle Gegebenheiten flexibel zu reagieren und tagesaktuell auf genau die Dinge hinzuweisen, die Ihre Kunden interessieren könnten. Sie haben ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung in Ihrem Angebot? Prima, informieren Sie Ihre Kunden auf Ihrer Webseite darüber. Sie bieten einen erstklassigen Service? Sehr gut, zeigen Sie diese Kompetenz auch durch Ihren Webauftritt. Kurz und gut - Das Medium Internet ist nicht etwa eine Marketingnische, mit der lediglich ein paar computerverrückte Freaks erreicht werden, sondern eine solide Plattform zur Präsentation Ihres Unternehmens. Und selbstverständlich eignet sich diese Plattform auch bestens für den Vertrieb Ihrer Produkte.

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